Eutiner Sportschützen mit klarer Mehrheit für Verhandlungen mit dem PSV Eutin

EutSp 18.04.2018

Viele Fragen blieben bei Jahresversammlung offen – Vorsitzender Jörg Hunke nur noch ein Jahr im Amt

Foto von: Eutiner Sport/hfr
Der für ein Jahr wiedergewählte Vorsitzende Jörg Hunke (6. v. l.), sein Stellvertreter Kai Pries, die beiden 50 Jahre dem Verein die Treue haltenden Mitglieder Peter Stahl und Ulrich Jekabsons (v. l.) sowie weitere Geehrte. Foto: Eutiner Sportschützen/hfr

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Kreisvorstandsmitglied Wilhelm Boller zeichnet Jörg Hunke (links) mit der Silbernen Ehrennadel des Schützenverbandes Ostholstein aus. Foto: Eutiner Sportschützen/hfr
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Stolze 50 Jahre hält Peter Stahl (links) den Sportschützen, dem NDSB und DSB die Treue. 50 Jahre in den Verbänden ist auch Ulrich Jekabsons, er begann beim PSV Eutin und ist ab 1976 bei den Eutiner Sportschützen. Foto: WB

Eutin     Die auf zuletzt 60 Mitglieder geschmolzenen Eutiner Sportschützen von 1954 e.V. wollen mit klarem Mehrheitsbeschluss der anwesenden 24 Mitglieder bei nur einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen eine Aufnahme von Verhandlungen mit dem Polizei-Sportverein Eutin, um eine Verschmelzung zu erreichen. Dazu will der nach zwölf Jahren einstimmig wiedergewählte 1. Vorsitzende Jörg Hunke nur noch für ein Jahr im Amt bleiben. Den Vorschlag, das bis zum ungewissen Ende eines Zusammenschlussverfahrens zu tun, lehnte er ab. Eigentlich habe er sich wie 2017 angekündigt nicht mehr wählen lassen wollen. Die übrigen Vorstandsmitglieder wurden satzungsgemäß für zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt.
Jörg Hunke hielt Rückschau auf seine Amtszeit. Viel Arbeit sei selbst nach der Fertigstellung der dritten großen Baumaßnahme im Jahr 2001 am Schießstand nötig gewesen, laufend großer Unterhaltungsaufwand, eine gesetzlich geforderte sichere Waffenkammer mit Alarmsystem, neue Elektrik und aktuell Verbesserungen an WC- und Küche hätten stets Geld und viele Helfer erfordert. „Leider mussten wir die jährliche Schießsportwoche in 2014 aufgeben. Unser traditionelles und wirtschaftlich wichtiges Betriebsmannschaftsschießen geht aber jetzt schon ins 60. Jahr“, erinnerte Hunke. Dafür und die Schießstandunterhaltung benötige der Verein viele Helfer, die nur noch schwer zu finden seien. Schießsportlich sei kaum noch ein Betrieb da, so verzichtete der Vorstand auf einen sportlichen Jahresbericht. Er habe seine selbst gesetzten Ziele nun erfüllt. Leider habe sich kein Kandidat für seine Nachfolge gefunden. Auch in der Jahresversammlung fand sich niemand bereit. „Die Entwicklung sehe ich so, dass sich der Verein in einigen Jahren auflösen muss“, sagte Hunke. „Statt einer Auflösung des Vereins wollen wir deshalb den Zusammenschluss prüfen. Die Sportschützen haben das Vermögen und die Räume, der PSV Eutin die gut 1.900 Mitglieder. Darunter schon jetzt einige Pistoleschützen, die für beide Vereine antreten. Die Angebote Zumba, Gymnastik und Tischtennis finden ab 17. April bereits bei uns statt.“ Ein erster Schritt für eine Zusammenarbeit.
In der Versammlung tauchten Fragen auf, wie das Modell mit dem PSV praktisch funktionieren könne. „Das haben wir in den Vorgesprächen noch nicht durchgespielt. Erst einmal soll grundsätzlich verhandelt werden“, merkte Hunke an. Einige Mitglieder brachten als Alternative die Eutiner Schützengilde als Verhandlungspartner ins Spiel, immerhin steht der Schießstand auf deren Grund- und Boden auf Dechantshorst. Die Gilde sei ein Traditionsverein, die Gilderolle ließe Frauen als Mitglieder nicht zu, nach dem Bau der Gildehalle sei wohl auch kein weiterer Raumbedarf vorhanden, ein Interesse bestimmt nicht vorhanden, war zu hören. Natürlich sei ein Gespräch wegen der Überleitung des noch zehn Jahre laufenden Pachtvertrages vorgesehen, wenn der PSV in seiner Versammlung am 22. April ebenfalls positiv entscheide, beruhigte der Vorsitzende. „Endgültig über eine Verschmelzung wird in einer neuen Mitgliederversammlung nach Klärung des Konzeptes zu entscheiden sein.“

Die Sportschützen gehen nach dem Kassenbericht von Axel Ehrhardt im dritten Jahr in Folge nach Ablösung der Darlehensschulden für die Baumaßnahmen in 2015 finanziell gestärkt und mit einer Rücklage in weitere Überlegungen.
Die Vorstandswahlen brachten einstimmige Voten für Kai Pries als stellvertretenden Vorsitzenden, Petra und Axel Ehrhardt als Schriftführerin und Schatzmeister, Pressewart Wilhelm Boller, EDV-Koordinator Joachim Schütt, die Schießwarte für Gewehr sowie Pistole Katja Hannemann und Kurt Rockel und den stellvertretenden Schatzmeister Jona Drechsler. Die Aufgaben des Jugendwartes übernimmt weiter Jörg Hunke.
Für den Kreisschützenverband Ostholstein überreichte Wilhelm Boller dem Vorsitzenden Jörg Hunke die Silberne Ehrennadel und ging dabei auf die 14-jährige ehrenamtliche Tätigkeit als Bollers Stellvertreter in 2004/2006 sowie als dessen Nachfolger ab 2006 ein.
Jörg Hunke selbst zeichnete für den Deutschen Schützenbund Wilhelm Boller und Joachim Schütt nach mehr als 50 Jahren ehrenamtlicher Arbeit für „herausragendes Engagement für den Schießsport und das Schützenwesen als stille Stars des Monats Februar 2018“ aus.
Urkunden und Ehrennadeln für langjährige Mitglieder gab es auch: Stolze 50 Jahre sind Ulrich Jekabsons und Peter Stahl dabei. Hans Rübeck, der aus einem anderen Bundesland zuzog, erhielt die goldene Nadel des DSB für 40 Jahre. 40 Jahre in DSB und NDSB sind Uwe Kuczorra, Friedrich Pietsch und Dieter Schöning. Auf 30 Jahre blicken Gernot Müller, Christian Joite und Elmar Naefken zurück. Stefan Zein ist 25 Jahre Sportschütze und in den Verbänden, Manuela Boller 20 Jahre, Kai Pries und Norbert Riege jeweils zehn.

Wilhelm Boller
Pressewart

 

Druck am: 10.12.2018, 20:12 Uhr
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